Kaffee und Menschlichkeit

Amerikanische Kaffeehausketten sind so lange schön, wie sie ihre versprochenen Standards einhalten und ihre Mitarbeiter freundlich sind. Wenn unfreundliche Behandlung oder eine mindere Qualität des zubereiteten Getränks ins Spiel kommen, ist der bis dato treue Kunde, der bereits viel Geld in dem “Laden” gelassen hat, schnell enttäuscht und wendet sich ab von seinem sehr plötzlich doch nicht mehr so sehr “Lieblings-Laden”. Rehabilitiert sich der treue Kunde dann von dem “Schockerlebnis” und gibt dem ganzen eine 2. Chance, reicht ein kleiner Fehltritt des Mitarbeiters, um sich vollends gegen das Konzept für die Ausgestaltung des eigenen Lebens zu entscheiden. Ich denke, dass gerade so überteuerte Ketten mit wenig persönlichen Charme, der den Kunden beim Vergessen der unschönen Erlebnisse in anderen, individuelleren Kaffehäusern helfen würde, es sich auf Dauer nicht leisten können, Stammkunden zu vergraulen. Auf Dauer wird sich hoffentlich wieder das persönliche kleine Café durchsetzen und uns den heimischen Charme wieder in die Innenstädte tragen.

ich frage mich, wie Systemgastronomie gerade in dem Land geboren werden konnte, welches sich die größte Ausprägung der Individualität seiner Einwohner auf die Fahnen schreibt. Wenn sie dann aber wenigstens dort bleiben würde und nicht auch noch unser Land besiedeln würde… Wo bleibt da die Menschlichkeit, wenn aus reiner Profitgier eine Marke aufgepumpt wird, die dank der Reflektionsresistenz vieler Einwohner, die wirklich menschlichen Konzepte stark unter Druck setzt und teilweise leider auch ersetzt! Ähnliches gilt in meinen Augen auch für die Bekleidungsindustrie…

Und weiter dreht sich das Rad der Selbstentfremdung und des sich-mit-vermeintlichen-Werten-Aufpumpens (grüner Aufdruck auf dem Becher…)…